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Kimono

WAS IST EIN KIMONO ?

Kimono

Das japanische Wort 着 物 "Kimono" bedeutet "Etwas zum Anziehen". Kimono ist der Oberbegriff für die Kleidung mit dem Kimono-Schnitt. Vom Wortgebrauch wäre es nicht falsch, wenn man einen Yukata auch als Kimono bezeichen würde. Zur besseren Unterscheidung macht man dies gewöhnlich nicht. Mit Kimono bezeichnet man in Japan eher die teueren, formellen, fast nur zu festlichen Anlässen getragene Kleidung. Um noch mehr zu verwirren, es gibt auch Alltagskimono. Deshalb hat jedes Kleidungsstück, je nach Material und Verwendungszweck, seinen eigenen Namen.

So bezeichnet das japanische Wort Furisode den Kimono für junge unverheiratete Frauen mit den langen Schmetterlingsärmeln, die fast bis zum Boden reichen. 

Tomesode bezeichnet die schwarzen Seidenkimono für ältere Frauen. An manchen Stellen des schwarzen Kimono sind bunte Stickerei oder Applikationen angebracht.

Uchikake ist der Name für die aufwendig hergestellten Hochzeitskimono, wenn eine traditionelle japanische Hochzeit gefeiert wird. Der Uchikake-Kimono braucht in der Fertigung 6-12 Monate und kostet neu ab 10.000€ aufwärts. Daher wird er in Japan oft nur geliehen.

Japanische Yukata und Kimono haben den gleichen Schnitt, sie unterscheiden sich im verwendeten Material, in der Aufmachung (Alltagskleidung, Festkleidung) und in der Länge der Ärmeln. Und Yukata sind ungefüttert, während es Kimonos mit Futter und ohne Futter gibt. 

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UND WAS IST EIN YUKATA ?

Yukata sind japanische Sommerkimono aus Baumwolle, die von Damen und Herren getragen werden. Das Wort "Yu" heißt "Bad" und Katabira bedeutet "Wäsche". Traditionell haben Adelige nach dem heißen Bad Yukata 浴衣 getragen. Als das heiße Bad auch beim Volk Einzug fand, gewann der Yukata immer mehr an Popularität. Heutzutage wird der Yukata bei Festen, im Ryokan, den traditionellen japanischen Gästehäusern, als Sommerkleidung oder als Tages- und Nachtgewand getragen. 

Beim Yukata wird üblicherweise ein dünner, langer Gürtel aus dem gleichen Stoff wie der Yukata beim Kauf mitgeliefert. Dieser genügt für den täglichen Bedarf. Wenn der Yukata zu Festen oder in der Öffentlichkeit getragen wird, dann ist es üblich, Yukata mit bunten Mustern oder Motiven zu wählen. Dazu trägt man einen breiteren, festlicheren Gürtel als der mitgelieferte. Außerdem können noch passende Schuhe - Geta oder Zori - und Strümpfe - Tabi- , Tasche und Fächer mit dem Yukata kombiniert werden.

Wenn man in Tokio durch die Straßen läuft, entdeckt man vielleicht bei 1000 Personen mit etwas Glück eine Handvoll Japaner in Yukata oder Kimono. Die restlichen Japaner sind in Anzügen, Hosen und Kleidern, also westlich, gekleidet.

Zu traditionellen japanischen Festtagen, z.B. Obon, Hanami, Neujahrstag, Hochzeitsfest ... tragen Japaner mitunter Yukata oder Kimono. Und zur eigenen Hochzeit trägt man zuerst ein japanischer Hochzeits-Kimono, dann westliche Hochzeitskleidung und anschließend Abendkleider.

Liegen die traditionellen Feste im Sommer, trägt man wegen den hohen Temperaturen in Japan auch einen leichten Yukata, sowohl Frau als auch Mann. Unter dem Yukata trägt man die normale Wäsche. Unter einem Kimono wird üblicherweise ein Unterkimono aus Seide oder Baumwolle getragen, der den Kimono vor Schweiß schützt.

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WAS IST DER UNTERSCHIED ZWISCHEN EINEM DAMEN-KIMONO UND HERREN-KIMONO ?

Jeder japanische Kimono, ob für Frau oder Mann, wird nach dem selben Schnitt gefertigt. Der Hauptteil (mittleres Teil) ist immer gleich, aber bei den Herren Yukata und Herren Kimono werden wegen der Körpergröße breitere Stoffbahnen verwendet.

Der offensichtlichste Unterschied ist bei den Kimono-Ärmeln zu finden. Mädchen-Kimono können fast bodenlange Schmetterlingsärmel haben, Damen-Kimono haben je nach Zweck und Alter kürzere Schmetterlingsärmel. Herren Kimono haben gerade Ärmel ohne gerundete Ecken.

Ein weiterer Unterschied sind die Designs der verwendeten Stoffe. Während die Damen Kimono eher bunt, hell und üppig dekoriert sind, sind die Herren Kimono oft einfarbig, mit oder ohne Familienwappen oder haben ein sich wiederholendes Muster. 

Die folgenden Kimono und Yukata sind original aus Japan. Sie haben alle den traditionellen Schnitt, d.h. die Ärmel sind halb zugenäht und es gibt keine aufgesetzten Taschen auf der Vorderseite des Kimono. Stattdessen sind die halb zugenähten Ärmel gleichzeitig die Taschen, in denen Taschentücher, Geheimbriefe u.a. Platz finden. Der Gürtel ist meist im Ärmel noch mit zwei Stichen angenäht und sollte bei Gebrauch losgelöst werden.

Die Kimono und Yukata sind verschiedenen Größen erhältlich, auch in Übergrößen und kleinen Größen.

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KYO YUZEN ODER WIE DIE STOFFE FÜR DEN JAPANISCHEN KIMONO GEFÄRBT WURDEN

Der Künstler Miyazaki Yuzensai aus Kyoto hatte im 17. Jahrhundert für die Aristokratie Fächer bemalt. Aufgrund seines Könnens bekam er Aufträge, die Stoffe für hochwertige Kimonos zu bemalen. Dabei wurde das Muster auf dem Kimono-Stoff wie ein Gemälde entworfen und anschließend mit Pinsel und blauen wasserlöslichen Farben auf den Stoff handgemalt. Die Stellen des Stoffs, die nicht gefärbt werden sollen, werden mit einer Reispaste bemalt, was verhindert, dass die an anderer Stelle auftragene Farbe die mit Reispaste bedeckte Stelle nicht verfärbt. Damit die Farben sich nicht vermischen, werden die Farben nacheinander aufgetragen. Der Stoff wird bedampft, gewaschen und getrocknet. Dieser Vorgang wiederholt sich für jede Farbe. .

Das Besondere an dieser Stoff-Färbetechnik ist, dass jedes Motiv und jede Farbvariation auf dem Stoff gefärbt werden kann. Im 19. Jahrhundert wurde die Methode von Hirose Jisuke erweitert in der Hinsicht, dass Schablonen für sich wiederholende Muster benutzt werden. Auf Grundlage einer Vorlage in Form eines Bildes werden für jede Farbe des Designs Papierschablonen angefertigt, die auf den Stoff gelegt. In die Löcher der Schablonen wird die Farbe mit einem Pinsel aufgetragen. Schattierungen in der gleichen Farbe werden durch mehrmaliges Applizieren erreicht.

Die japanische Kyo Yuzen Technik erlaubt sehr präzise und feine Linien und gleichzeitig sehr schöne Farbverwischungen und Farbverläufen. Damit wirken die Farben trotz Verwendung von Schablonen für das Färben wie ein handgemaltes Bild. Um die Farben zu fixieren, wird der Stoff nach jedem Farbauftrag bedampft, gewaschen und getrocknet. Das Verfahren ist sehr arbeitsintensiv. Aber im Vergleich zu der handgemalten Variante ist die Kyo Yuzen Technik mit Schablonen schneller. 

Zum Schluß wird Blattgold als Umrandung zur Betonung aufgetragen. Gelegentlich werden auch Stellen des Stoffes bestickt, was das Muster plastisch erscheinen läßt.

Die mindestens 26 Arbeitsschritte umfassende Kyo Yuzen Färbetechnik machen die Kimono-Stoffe so unvergleichbar schön.

Kyo Yuzen bezeichnet also das von Hand gemachte Färben von Stoffen nach Herrn Miyazaki Yuzensai. Kyo bezieht sich auf die Stadt Kyoto, in der sich viele Kimono-Schneider niedergelassen haben. 

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BLAUE KIMONO - AIZOME ODER INDIGO FÄRBETECHNIK

Bei den Kimonos aus Japan kommt die blaue Farbe sehr oft vor. Dabei gibt es blaue Kimono und Yukata für Männer und Frauen und ihre Bandbreite ist immens. 

Die dunkelblaue Farbe ist eine vielleicht weltweit am meisten getragene Farbe, was nicht zuletzt der blauen Jeans zu verdanken ist oder auch umgekehrt, weil die dunkelblaue Farbe einfach so schön ist. 

Ihre Variationen reichen von hellem, grünlichen Pastellblau über Hellblau und Lapislazuli Blau bis Schwarzblau. Die Japaner bezeichnen mit Tetsu Kon diese dunkelblaue Farbe, die bei Kunstlicht schwarz erscheint und erst bei hellem Tageslicht ihr wahres Wesen offenbart. 

Die Indigo Färbetechnik wird in Japan Ai-zome genannt und reicht vermutlich bis ins 10. Jahrhundert zurück. Ihren Höhepunkt erreichte Ai-zome in Japan allerdings erst in der Edozeit (1600 - 1868). In dieser Zeit wurde per Gesetz der normalen Bevölkerung verboten, Seide zu tragen. Um die einfachere Baumwolle attraktiv zu machen, wurde sie blau gefärbt. Die Ai-zome Indigo Farbe verblasst auch im Laufe der Jahre kaum. Gut gefärbte Ai-zome Kimono-Stoffe sehen nach 60 Jahren immer noch wie neu aus.

Um die blaue Farbe herzustellen, werden unter anderem Blätter der japanischen Pflanze Aobana, Weizenkleie, Sake Reiswein, Holzasche und Kalk unter Zufuhr von Hitze in einem großen Bottich vermischt. Dabei muß die Lösung etwa eine Woche fermentieren.

Wenn die flüssige Farbe fertig ist, wird der Stoff 15-30 Minuten in die Lösung getaucht, ausgewrungen und zum Trocknen aufgehängt. Das Trocknen fixiert die Farbe. Der Vorgang vom Hineintunken bis zum Trocknen muß so oft wiederholt werden, bis der gewünschte Blauton erreicht ist. Für den dunkelsten Blauton muß dieser Prozeß 30 bis 40 Male wiederholt werden.

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