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Japanische Teekannen und Teesets

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Teekanne für die Tee-Zubereitung

Tee sollte man möglichst in Kannen zubereiten, denn die Zubereitung in Teekannen hat einen entscheidenden Vorteil: Im Bauch der Kanne hat der Tee ausreichend Platz, sich zu entfalten und seine köstlichen Aromen abzugeben. Damit lose Teeblätter nicht in der Tasse landen, sind die japanischen Teekannen im Innern vor der Tülle mit einem Sieb ausgestattet. Außer aus Porzellan erhalten Sie auch Teekannen aus Keramik oder Gusseisen.

Die Teekanne wird zum Zubereiten von Tee verwendet. Dazu werden getrocknete Teeblätter mit heißem Wasser übergossen und nach einer gewissen Zeit in die Teeschalen geschenkt und serviert. In Japan wird die Teekanne auch Kessel genannt. Im Gegensatz zur Kanne wird ein Wasserkessel oder Teekessel direkt dem Feuer ausgesetzt, während eine Teekanne nicht direkt auf dem Herd steht. 

Kyusu - die japanische Teekanne mit dem Seitengriff

Der Tee und das Teetrinken kam ursprünglich aus China. In der späten Edo-Zeit ist Teetrinken auch in Japan bekannt. Am Anfang wurde das Teegetränk durch Kochen von Teeblättern hergestellt und so sahen die Teekannen eher wie Wasserkessel aus. Diese Form eines Behälters mit dem Seitengriff und der Tülle zum Ausgießen war funktional und kam aus China.

Der chinesische Wasserkessel ist 1-2 Liter groß, meistens aus Keramik und hat eine bauchige Form mit einem Seitengriff und eine Tülle zum Ausgießen. Mit diesem Wasserkessel hat man den Tee oder chinesische Heilkräuter direkt auf einer Flamme gekocht und nach dem Kochen in Schalen zum Abkühlen und Trinken gegossen. 

Noch heute wird die chinesische Kanne mit dem Seitengriff in der traditionellen chinesischen Medizin für die Zubereitung von Heilkräutern vewendet. 

Die japanische Teekanne hat diese Form mit dem Seitengriff aus China übernommen. Allerdings ist die Größe der japanischen Teekanne der Zubereitung von japanischem Tee angepaßt. Sie ist nämlich viel kleiner, im Schnitt 0,2 - 0,4 Liter. Seitdem hat sich die Form nicht mehr geändert, lediglich die Größe der Teekanne ist kleiner geworden. 

Neben der Teekanne mit dem Seitengriff gibt es auch japanische Teekannen mit dem Griff über dem Deckel, dem Griff in gleicher Linie wie die Tülle wie hiesige Kannen und die kleine Kanne ohne Griff. 

Kannen ohne Griff werden oft für die Zubereitung von Gyokuro Schattentee bei maximal 60 °C benutzt, sodass die Kanne selbst noch mit den bloßen Händen angefasst werden kann, ohne sich zu verbrennen. Der Griff ist dann entbehrlich. Eine Kanne ohne Griff ist äußerst praktisch für unterwegs, da sie platzsparender als eine Kanne mit Griff ist. 

Warum ist die japanische Teekanne so klein?

Die meisten japanischen Teekannen aus Keramik oder Porzellan können 200 ml bis 600 ml Flüssigkeit fassen. Zu den eher großen Teekannen zählen japanische Kannen mit einem Fassungsvermögen ab 800 ml. Die im Vergleich zu den in Europa gebräuchlichen Teekannen eher kleinen japanischen Teekannen sind mit der Art der Zubereitung von japanischem Tee zu erklären. 

Der Sencha ist der in Japan am meisten getrunkene grüne Tee. Nach dem Pflücken werden die Teeblätter gewaschen und einer Heißdampfbehandlung unterzogen, was die Oxidation oder Fermentation der Teeblätter beendet. Dadurch bleiben die Teeblätter grün (grüner Tee). Das anschließende Rollen und Kneten der Teeblätter bricht das Teeblatt auf und die Geschmackstoffe werden beim Aufguß schneller gelöst.

Japanischer grüner Tee hat je nach Sorte eine Ziehzeit von 30 Sekunden bis maximal 2 Minuten. Wenn die Ziehzeit überschritten wird, schmeckt der Tee bitter und ist manchmal ungenießbar. Damit dies nicht geschieht, muß das Teewasser nach der empfohlenen Ziehzeit in die Teeschalen ausgeschenkt werden. Nur so wird gewährleistet, dass der Tee gut schmeckt. 

Es macht also keinen Sinn eine große Teekanne für z.B. 4 Becher Tee zu benutzen, wenn man sofort nur Tee für 2 Personen servieren will. Denn der nicht ausgeschenkte Tee wird in der Kanne mit den Teeblättern nur bitter. 

Die japanische Teekanne ist also lediglich ein Utensil für die Tee-Zubereitung und keine Aufbewahrung von Teeflüssigkeit, wie man es hier kennt. Will man dennoch Tee in einer Kanne servieren, kann eine zweite Teekanne zum Umfüllen und Servieren herangezogen werden.

In japanischen Teehäusern wird der Tee vom Restaurantpersonal fertig zubereitet, d.h. nach der Ziehzeit und ohne Teeblätter, in einer vorgewärmten Teekanne serviert. Manche Teehäuser sind auch dazu übergegangen, herausnehmbare Siebe zu benutzen, die der Gast nach der Ziehzeit aus der Kanne nehmen kann. 

Da kalter Tee bekanntlich an Geschmack verliert, zieht man es in Japan vor, nochmals Tee zuzubereiten, wenn man eine zweite Schale Tee trinken will.

Welches Material hat die japanische Teekanne?

Als Material wurde Ton verwendet. In China hat man den Yixing Ton verwendet, der besonders eisenhaltig ist und das Teewasser weicher macht. Vergleichbar mit Yixing ist der Tokoname-Ton in Japan. Später hat man Porzellan entdeckt. Am gebräuchlichsten sind Keramik-Teekannen, Teekannen aus Porzellan, aus Eisen, Stahl und Glas. 

Die verschiedenen Siebe in der Teekanne

Da die japanischen Teeblätter sehr klein sind, ist das Sieb in der Kanne sehr wichtig. Es gibt verschiedene Sieb-Formen. Die meistens Siebe sind in der Teekanne integriert. Traditionell ist auch das Sieb aus dem gleichen Material wie die Kanne selbst. Es ist meist ein kugeliger Körper mit vielen kleinen Löchern vor der Tülle. Die neuen Teesiebe sind aus einem Edelstahl-Netz, entweder rundum im Innern der Kanne als Rundumsieb eingebaut oder flächig vor der Tülle. 

Sa-Sa-Me Keramiksieb. Sasame Keramiksiebe befinden sich direkt vor der Tülle, sie werden fast ausschließlich in hochwertigen Teekannen eingearbeitet.  Für Teemeister sind Teekannen mit Sasame-Sieb die ´offiziellen´ Teekannen.

Panoramasieb Obi Ami. Das Panoramasieb ist ein Ring aus rostfreiem Edelstahl, der die Innenwand der Kanne rundum ausfüllt. Die gute Funktionalität dieses Panoramasiebs macht sich besonders bemerkbar beim Aufbrühen von Sencha/Kukicha mit Matcha, also pulverige Tees, oder Tees mit besonders feinem Blatt. Auch das fast puderige Fukamushi Cha kann gut in einer Kanne mit Panoramasieb zubereitet werden. Wegen des guten Preis-Leistungsverhältnisses sind Teekannen mit Obi Ami Siebe immer beliebter.

Japanische Teesets und Teeservice

Teesets bestehen meistens aus einer Teekanne und Teeschalen im gleichen Design. Es ist einfacher, chinesische Teeseets zu finden als japanische Teesets.

Manche chineische Teesorten können sehr lange mit dem Wasser in der Kanne bleiben, ohne an Geschmack einzubüßen, während der japanische Tee dies fast nie verträgt. 

Wie bereits erwähnt, dient die japanische Teekanne vielmehr der Teezubereitung als des Servierens von Tee. Dadurch kann die Teekanne separat von der Teeschale oder Teebecher gewählt werden.

Es werden deshalb in Japan weniger Teesets als mehr separate Teekannen oder Teeschalen produziert. In erster Linie ist es die Gastronomie, die Teesets verwendet. Der private japanische Haushalt hat verschiedene Teeschalen und Teebecher für die verschiedenen Sorten von Tee, die zu Hause getrunken werden. 

Dabei achtet man darauf, dass die Teekanne für den Sencha Tee nicht für die Zubereitung von Bancha-Tee genommen wird. Denn jede Teesorte sollte möglichst wegen des Geschmacks und der genossenen Menge eine eigene Kanne haben.

Teesets sind ideale Geschenke.  Mit ihrem asiatischen Design zaubern die Teesets fernöstliche Akzente auf den Tisch. Die Teekanne mit den passenden Teeschalen und Teedosen in ansprechender Verpackung kaufen Sie günstig bei Japancom.de

Teeschale oder Teebecher ?

Und welche Teeschale oder Teebecher man nimmt, hängt von der Teesorte und der Jahreszeit ab. Teeschalen haben eine breitere Öffnung als Teebecher und werden deshalb eher im Sommer benutzt. Während Teebecher mit ihrer kleinen Öffnung das Getränk tendenziell länger warmhalten, nimmt man in Japan eher im Winter Teebecher. 

Apropos: Der Kunststoff-Schutz vor der Tülle

Oft werden vor der Tülle der japanischen Teekannen ein kleines Kunststoffrohr angebracht. Dieses Vinyl-Schutzrohr dient zur Abdeckung der spitzen Tülle und sollte die Tülle während des Transports vor Beschädigung schützen. Es ist notwendig, nach dem Auspacken dieses Vinyl-Schutzrohr zu entfernen. Wenn das Rohr bleibt, kann sich dort Schmutz ansammeln und zur Bakterienbildung führen.

Daß manche Restaurants aus dem gleichen Grund dieses Vinyl-Schutzrohr weiterbenutzen, macht die Sache nicht besser.