Studieren in Japan

An diesem Wochenende finden in Japan die landesweiten Aufnahmeprüfungen für ein Studium an den Universitäten statt.

In diesem Jahr seien mehr als 500.000 Prüflinge, die sich für die Aufnahmeprüfung für ein Studium an den Universitäten oder Hochschulen angemeldet haben.

Anders als in Deutschland wird die japanische Hochschulzugangsberechtigung, die bei uns Abitur genannt wird, an diesem einem Test abhängig gemacht. 

Das Nationale Zentrum für Hochschulaufnahmeprüfungen veranstaltet an diesem Samstag und Sonntag diese Tests an 691 Testzentren, die im ganzen Land verteilt sind.

Am Samstag finden die Test um 9.00 Uhr für ein späteres Studium in Geographie, Geschichte, Staatsbürgerkunde, Japanisch und Fremdsprachen statt; am Sonntag werden die Tests in Mathematik und Naturwissenschaften abgehalten. Wie hier üblich ist die Mitnahme von Smartphones und anderen mobilen Geräten in die Testräume ausgeschlossen.

Normalerweise enden und beginnen die Tests im ganzen Land etwa zur gleichen Tageszeit. Aufgrund von starkem Schneefall in Japan an diesem Wochenende hat das Fernsehen darauf hingewiesen, die Eltern mögen sicherstellen, dass ihre Kinder pünktlich in den Testzentren ankommen. 

Die Aufnahmeprüfungen sind landesweit einheitlich. Die Prüfungsergebnisse werden von den über 800 öffentlichen Universitäten, Privatuniversitäten und Junior Colleges Klasse für die Zulassung zu einem Studienplatz verwendet werden.

Das japanische Bildungsministerium plant, das derzeitige System durch eine Reihe von Leistungstests zu ersetzen, die von den Schulen selbst durchgeführt werden. Die neuen Tests sollen im Vorfeld zwei bis drei Mal im Jahr stattfinden und nur die Schüler mit den besten Noten für letzte Aufnahmeprüfung zugelassen werden. Das Ministerium sagt, das neue System werde im Jahr 2020 eingeführt.

Schon in der Grundschule ist es in Japan üblich, die Noten der Kinder durch Nachhilfeunterricht zu verbessern. Je näher zum Studium hin, desto mehr werden auch sogenannte Privatlehrer für den Einzelunterricht engagiert, die zu einem ins Haus kommen. Diese Privatlehrer sind Studenten im höheren Semester, die sich bei den Universitäten für Nachhilfe angemeldet haben. 

Im Schnitt nehmen 78% der jungen Leute in Japan (in Deutschland sind es 59%) ein Studium auf und es wird von durchschnittlich 71% der Studenten erfolgreich abgeschlossen (in Deutschland ist die Rate 36%). Denn bis vor 20 Jahren galt ein guter Universitätsabschluss in Japan als der Garant für einen guten Arbeitsplatz. Dazu in einem anderen Blog. 

14.01.2017