In diesen Tagen soll der Winter in Deutschland einziehen. Dem Wetterbericht zufolge wird es richtig kalt. 

An solchen Tagen empfinde ich es als sehr gemütlich, mit der Familie oder Freunden, zusammen um einen heißen Topf, dem Hot Pot oder Shabu Shabu am Tisch zu sitzen, der auf einem Herd direkt am Esstisch kocht. Die Wärme des Kochens erfüllt den Raum und ein jeder kocht sein Essen selbst. 

Und genau das ist auch der Vorteil vom Shabu Shabu Essen. Das Kochen an sich entfällt, allein die Vorbereitung der Lebensmittel nimmt Zeit in Anspruch. Gekocht wird, was einem schmeckt. Meistens nimmt man Rindfleischscheiben, Fischfilets, Garnelen, Krebse, Tintenfische, Glasnudeln, Shitake Pilze, Tofu, Blattspinat, Chinakohl, Rettlich usw. 

Je nach Regionen sind die Vorlieben anders. Man kocht in einer Brühe, scharf beim nordchinesischen Sichuan Hot Pot, Gemüse, Fleisch, Fisch und Tofu in einem Topf. Dazu bekommt jede Person ein Shabu Shabu Sieb, in das man die Essensstücke reintun kann. Rindfleisch hat eine relativ kurze Garzeit, während Tofu auch länger in der Suppe köcheln kann. 

Und hier erkennt man auch schon die zweite großartige Sache vom Shabu Shabu: man kann so ziemlich alle Zutaten verwenden, wozu man Appetit hat. Für Shabu Shabu sollte man festen Tofu nehmen. Das Rindfleisch sollte nach Möglichkeit von hoher Qualität und leicht marmoriert sein. Um das Rindfleisch fast papierdünn zu schneiden, kann man es zuvor im Gefrierfach einige Stunden fest werden lassen, um es dann mit der Brotschneidemaschine oder einem scharfen japanischen Messer hauchdünn zu schneiden.

Das Wort Shabu-shabu kommt wahrscheinlich von dem Geräusch aus der Suppe, wenn man die dünnen Fleischscheiben in die kochende Brühe tut, um sie nach ein paar Sekunden wieder rauszunehmen. 

Puristen schätzen am Shabu Shabu den Umami-Geschmack der einzelnen Zutaten, was so viel wie den ursprünglichen Geschmack bezeichnet. Denn die Lebensmittel werden schonend in einigen Sekunden bis maximal Minuten in der kochenden Suppe gegart. Beim chinesischen Hot Pot gibt es viele Saucen, wie Sojasoße, Austernsoße, Meeresfrüchtesoße, Sesamsoße oder Erdnußsoße. Für die nötige Schärfe nimmt man frische Chillischoten oder die fertige Chillisoße. Beim japanischen Shabu Shabu gibt es fast nur Sojasauce, mit oder ohne Reisessig. 

Einen weiteren Grund, weshalb Hot Pot in Asien so beliebt ist, ist seine Geselligkeit. Jeder ist mit seinem Essen beschäftigt und dennoch entwickeln sich bei solch einem Essen auch immer interessante Gespräche. Vielleicht, weil alle ausgelassen sind.

Und als Getränk nimmt man ein kaltes Bier, heißen Sake-Reiswein oder warmen grünen Tee. 

Angereichert von den gekochten Lebensmitteln schmeckt die Suppe zum Ende hin am besten. Mit etwas Reis- oder Glasnudeln ist das der krönende Abschluss, um auf jeden Fall satt und glücklich den Abend zu beenden. 

Übrigens: Die notwendigen Gerätschaften für solch ein Mahl sind ein Donabe Tontopf, ein mit Gas oder Strom beheizbares Kochherd, Fondue-Siebe, Eßschalen, Soßenschalen und Eßstäbchen. Suppenlöffel sind nicht zwingend, wenn man wie in Japan üblich die Suppe schlürft oder direkt aus der Schale trinkt. Dort spricht man auch von Suppe trinken und nicht Suppe essen. Probier´s mal aus, die Suppe schmeckt aus der Schale getrunken anders, als wenn man sie löffelt ! 

07.01.2017